Ausstellung


Der Katze hinterher

 Rear Window
(Alfred Hitchcock, USA 1954)


Das Letzte, das Timmy sah

C'era una volta il West
(Sergio Leone, IT/USA 1968)


Das Aufwachen Kinskis

Kinder, Mütter und ein General

(Laslo Benedek, DE 1955)



Farbspiele auf der Windschutzscheibe

Pierrot le Fou
(Jean-Luc Godard, FR/IT 1965)


Fernsehen ohne Hoffnung

Them!

(Gordon Douglas, USA 1954)


Leslie Cheung, das Phantom

Ah fei zing zyun

(Days of Being Wild, Wong Kar-Wai, HK 1990)



Ein zarter Wisch durch das linke Auge

Chinatown
(Roman Polanski, USA 1974)


Reaktionsmöglichkeiten eines Lehrers

L'argent de poche

(François Truffaut, FR 1978)


Eine Bewegung hin zum Tanz

The Searchers

(John Ford, USA 1956)


Die von den Autorinnen und Autoren geschilderten Filmmomente werden bewusst nicht in Videoausschnitten wiedergegeben, sondern in Form von Einzelbildern, auch wenn die dem Film eigene Bewegung dadurch zum Stillstand kommt und sich nur noch zwischen den Bildern erahnen lässt. Was dagegen anhand dieser "Schattenbilder"1 versucht wird einzufangen und auch nur versucht werden kann , ist der Eindruck nachträglicher Gedächtnisbilder, die Erinnerung an ein spezifisches Detail, das im Augenblick seiner Wahrnehmung mit einer bestimmten Bedeutung aufgeladen wurde und in einer ganz eigenen Beziehung zum jeweiligen Zuschauer steht. So wie bereits Walter Benjamin betont, dass das wahre Antlitz der Vergangenheit stets kaum spürbar vorübergehe und ausschließlich in einem Bild festzuhalten sei, welches "auf Nimmerwiedersehen im Augenblick seiner Erkennbarkeit"2 aufblitze.

1. Raymond Bellour (1999 [1975]): "Der unauffindbare Text". In: montage AV. Zeitschrift für Theorie und Geschichte audiovisueller Kommunikation, 8. Jg., Nr. 1, S. 8-17, hier: S. 15.

2. Walter Benjamin (1974 [1942]): "Über den Begriff der Geschichte". In: Rolf Tiedemann / Hermann Schweppenhäuser (Hrsg.): Walter Benjamin. Gesammelte Schriften. Bd. 1. Teil 2. Frankfurt am Main, S. 691-704, hier: S. 695.